Diversität als Normalität

Letzte Woche fand unsere Fachtagung mit dem Titel „Diversität als Normalität“ statt. In Kooperation mit FraTÖP e.V. – Türkische Studentenplattform , Bildungsstätte Anne Frank und AWO Frankfurt konnten wir im Rahmen des „Gemeinsam. Schaffen.“ – Teilhabe durch Patenschaften“-Projekts aufgreifen, wie die Wechselwirkungen zwischen Mehrheitsgesellschaft und heterogenen Minderheiten aufgebaut sind und welche Erkenntnisse und Herausforderungen sich hieraus ergeben. Die Moderation übernahm die erfahrene TV- und Bühnenmoderatorin und Journalistin Anne Chebu.

Im ersten Vortrag der Tagung behandelte Autor und Journalist Eren Güvercin das Thema des zivilgesellschaftlichen Engagements von Verbänden und Migrantenselbstorganisationen im Kontext der Flucht. In den letzten Jahren haben viele Migrantenorganisationen in der Bundesrepublik hierbei enormes Engagement gezeigt und waren maßgebende gesellschaftliche Stützen – dies hat der Referent am Beispiel einiger Migrantenselbstorganisationen illustriert und zugleich auch unter anderem, sowohl im Vortrag als auch in der darauffolgenden Fragerunde, auf etwaige Reibungen im türkischen Kontext (Stichwort Generationenwechsel) hingewiesen.

Im zweiten Teil hat die Bildungsleiterin der Bildungsstätte Anne Frank Saba-Nur Cheema die Entwicklung einer sogenannten „postmigrantischen Gesellschaft“ skizziert und hierbei anhand von Illustrationen und Vorkommnissen aus letzter Zeit aufgezeigt, wie sich Ausgrenzung, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit sowohl offen als auch subtil manifestieren.

Im dritten Teil haben Kommunalpolitiker und Berater Juliano Ament und Talha Kiraz(Tal Ha) vom geschäftsführenden Vorstand der TG-H den Status der Partizipation von Migrantinnen und Migranten in der deutschen Politik beleuchtet. Hierbei wurden sowohl Daten und empirische Befunde als auch persönlichen Erfahrungen aus dem Alltag in der Politik mit den Anwesenden geteilt. Neben dem Aufgreifen der Chancen für migrantischstämmige in der Politik wurde auch auf kritische Weise geschildert, welche gesellschaftlichen und systemischen Hürden auch im Jahre 2019 noch vorhanden sind.

Abschließend konnten sich die Teilnehmer bei einem kleinen Buffet unterhalten und Gespräche vertiefen. Wir danken allen Involvierten für diese tolle und höchst ertragsreiche Tagung.

Bei Fragen bezüglich des Patenschaftsprojekt kann Projektleiter M Esad Sahin unter sahin@tg-hessen.de kontaktiert werden.