TG-Hessen unterstützt „Hessisches Plädoyer für ein solidarisches Zusammenleben“

Ein breites gesellschaftliches Bündnis in Hessen stellt sich mit einem „Plädoyer für ein solidarisches Zusammenleben“ gegen Diskriminierung und Hetze. Das Papier trägt den Titel „Die Würde des Menschen zu schützen ist Sinn der Demokratie“ und soll heute in Wiesbaden vorgestellt werden. Zu den Erstunterzeichnern zählen Vertreter der Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Kultur, darunter des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, der Liga der Freien Wohlfahrtspflege und des Landesausländerbeirates. Unser Landes- und Bundesvorsitzender, Atila Karabörklü, gehört zu den 48 Ersteunterzeichner*innen.

Die Presseinformation im Wortlaut finden Sie hier: http://www.agah-hessen.de/fileadmin/Dokumente/Themen/Hessisches_Plaedoyer/190510_Presseerklaerung_final.pdf

Zur Petition: http://chng.it/VybKJ8HBFh


Pressemitteilung Frankfurt am Main, den 06.05.2019

Wir stehen für Meinungs-, Forschungs- und Religionsfreiheit –

Kampagne gegen Prof. Susanne Schröter


Universitäten sind wichtige gesellschaftliche Institutionen, in denen der Wissenschaft und Forschung frei nachgegangen werden muss. Die Universitäten haben im gesellschaftlichen Diskurs besondere Aufgaben. Sie liefern wissenschaftliche Erkenntnisse, eröffnen neue Perspektiven und geben Impulse für Gesellschaft und Politik. Sie bieten einen Rahmen für kontroverse Sichtweisen und Argumente für unterschiedliche Fragestellungen.


Wir als Türkische Gemeinde Hessen stehen hinter der Resolution des Hochschulverbandstages vom 1999. Danach sind Universitäten ohne die Freiheit von Forschung und Lehre nicht vorstellbar. Zentraler Punkt ist dabei die Freiheit der Wissenschaft, die von politischer und gesellschaftlicher Fremdbestimmung fern und frei gestaltet werden muss. Die Freiheit des Geistes, die die Universitäten zum Wohle der Gesellschaft zu fördern und zu sichern haben, ist ein Kernstück unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung. In diesem Zusammenhang unterstützen wir als Türkische Gemeinde Hessen Frau Prof. Susanne Schröter und befürworten, ohne inhaltliche Wertung zu beziehen, die Veranstaltung der von ihr organisierten Konferenz „Das islamische Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung?“.


Gleichzeitig möchten wir zum Ausdruck bringen, dass polarisierende Diskurse uns nicht voranbringen. Ganz im Gegenteil; in einer Zeit, in der Rechtspopulismus, Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus oder religionsbegründeter Radikalismus zunehmend die Mitte der Gesellschaft erreichen, brauchen wir vermehrt sachliche und differenzierte Diskussionen und Betrachtungsweisen. Als Gesamtgesellschaft haben wir alle die Verantwortung, die Akteure aus den unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen für ein respektvolles, demokratisches und friedfertiges Zusammenleben zu gewinnen.


Im Namen des Vorstandes
Atila Karabörklü
Landesvorsitzender